So wird Arbeiten im Home-Office zu einem wirkungsvollen „Tor zur Welt“

Arbeiten von zu Hause aus – und wie gewohnt erreichbar und mit den Kunden in Kontakt bleiben? Die Umstellung auf digitales Arbeiten im Home-Office, zum Beispiel auch im Vertrieb, stellt viele Unternehmen und die Mitarbeitenden vor neue Herausforderungen. Und das nicht nur im betrieblichen und häuslichen Leben. Denn die Bildschirmarbeitsplätze stellen auch eine hohe Belastung für unsere Augen und das Sehen dar.

Doch Jochen Schmidt, Leiter des RKW Online-Kurztrainings „Digitaler Vertrieb im Home-Office“ und Karin Gmelch, Leiterin des RKW Online-Seminars „Gezieltes Augentraining“ sind sich einig: „Mit den entsprechenden Tipps und mit gezieltem Training lassen sich die aktuellen Herausforderungen meistern.“

Der neue Arbeitsalltag - die bisher gewohnte und geregelte Struktur unseres Arbeitslebens passt nicht mehr und der persönliche Kundenkontakt ist eingeschränkt. Alle Beteiligten geraten dabei immer häufiger an ihre Belastungsgrenzen. Doch wie kann es gelingen – auch aus dem Home-Office heraus - motiviert, strukturiert und effizient für einen nachhaltigen Vertriebs- und Unternehmenserfolg zu arbeiten?

Jochen Schmidt, seit mehr als zehn Jahren selbständiger Coach, Persönlichkeits- und Mentaltrainer mit über 20 Jahren Erfahrung aus dem Vertrieb, hat das RKW Online-Kurztraining aus der eigenen Notwendigkeit heraus entwickelt. „Mein Terminkalender 2020 war bestens gefüllt – mit Präsenzseminaren. Doch Mitte März war es damit vorbei. Jetzt war ich gefordert: Umstellung der eigenen Präsenzseminare auf digital, Kontakthalten mit Videokonferenzen und – Learning by doing.“

Digitaler Vertrieb im Home-Office

Aus seinen persönlichen Learnings ist ein Online-Kurztraining entstanden. Also Praxis-Tipps pur! Zum Beispiel:

  • Was habe ich als einladende Moderatorin oder einladender Moderator zu beachten? Denn die Fettnäpfchen aus Nichtwissen und keine Übung haben sind groß und reich gesät – von der nicht funktionierenden Technik, der schlechten Internetverbindung bis zum Zuspätkommen im eigenen Meetingraum.
  • Wie kann ich auch online eine persönliche Gastgeberin oder ein persönlicher Gastgeber sein? Wie begrüße ich die Teilnehmenden und führe anschließend zuerst in das genutzte Technik-Tool ein?
  • Wie halte ich auch aus dem Home-Office weiter einen guten Kontakt? Denn jetzt ist mehr Kontakt von Vorteil – das bedeutet regelmäßig im Gespräch bleiben, gut zuhören können und immer wieder als Problem- und Lösungsfindene/r agieren.

Jochen Schmidt ist davon überzeugt: „Auch im Home-Office gilt: Geschäfte werden immer zwischen Menschen gemacht. Sich für den Kunden als Menschen zu interessieren, ist jetzt wichtiger denn je. Gemeinsam durch die schwierige Zeit gehen – das stärkt sowohl die Kundenbindung wie auch die persönliche Entwicklung. Und kann auch Vorteile bringen: Zum Beispiel eine finanzielle Herausforderung beim Kunden rechtzeitig zu Tage fördern, auf die dann proaktiv reagiert werden kann.“

Gesundheitliche Herausforderungen der Bildschirmarbeit

Karin Gmelch, Diplom Sport-Wissenschaftlerin und Psychologische Beraterin, ist seit fast 30 Jahren spezialisiert auf betriebliches Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung. Die Herausforderungen der Bildschirmarbeit für unsere Augen und das Sehen sind für sie kein neues Thema. „Mit der Bildschirmarbeit treten wir unseren wichtigsten Sinn mit Füßen. Seit fast 15 Jahren steigt deshalb bei den Mitarbeitenden die Nachfrage zum Thema Augen. Doch seit dem letzten Jahr steigt die Nachfrage dramatisch – bedingt durch die wachsenden Funktionsstörungen, die durch eine Überforderung des visuellen Systems hervorgerufen werden.“

Dramatisch deshalb, weil das einseitige und einschränkende Sehen am Bildschirm auch gravierende Folgen für unsere Sehfunktion im alltäglichen Leben hat.

  • Bildschirmarbeit verringert unser Gesichtsfeld. Das hat Auswirkungen auf unser Sehen und Verhalten - zum Beispiel im Straßenverkehr, wenn wir am Steuer unseres Autos den Radfahrenden seitlich nicht mehr wahrnehmen können.
  • Doch Bildschirmarbeit beeinträchtigt auch die Verarbeitung des Gesehenen im Gehirn. Mit dem Verlernen von Blicksprüngen zwischen nah und fern, verlieren wir den Gesamtblick auf einen Text – und damit das Verstehen eines Textes.

Gezieltes Augentraining

Zwei praktische Übungen als Beispiel:

  • Der doppelte Daumen oder Zeigefinger stärkt die Sehkraft: Daumen oder Zeigefinger nach oben, den einen an der Hand am ausgestreckten Arm, den anderen an der Hand etwa auf Ellenbogenhöhe. Dann den Blick abwechselnd auf den ersten Finger, dann auf den zweiten Finger richten. Der nicht fokussierte Finger sollte doppelt erscheinen.
  • Die Augendusche – eine Entspannungsübung: Die Handflächen fest aneinander reiben, dann leicht gewölbt auf die geschlossenen Augen legen und mit der Wärme die Augen „duschen“. Die Lider dabei nicht berühren.

Karin Gmelch weiß, wovon sie spricht: „Augentraining ist immer auch Wahrnehmungstraining. Denn wenn ich etwas nicht mehr richtig sehe, kann es das Gehirn nicht richtig verarbeiten, ich kann es nicht mehr richtig verstehen und auch nicht mehr entsprechend handeln.“

Wirkungsvolles und gesundes Arbeiten im Home-Office – so kann es gelingen 

Viele Unternehmen haben noch immer Vorbehalte, die Zeichen der Zeit für einen konsequenten Aufbau einer Home-Office-Infrastruktur zu nutzen. Obwohl das letzte Jahr bereits gezeigt hat, welche Umsätze Unternehmen erzielen konnten, die diesem Trend schon gefolgt sind. Jochen Schmidt: „Ja, dafür haben sie Mut und Neugier mitzubringen. Sie haben dabei ihre eigene Einstellung zu entwickeln. Und sie haben dafür zu üben und sich auszuprobieren. Doch gut vorbereitet werden sie sich wohlerfühlen, werden sie selbstbewusster und professioneller. Diese neue Vertriebskompetenz wird heute und zukünftig gebraucht. Sie ist ein Schub für die persönliche Weiterentwicklung. Und die Ersten, die damit gut umgehen können, werden die Gewinner sein.“

Noch werden die gesundheitlichen Nachteile dabei zu gerne vergessen - oder einfach übersehen. Doch mit gezieltem Training und der regelmäßigen Anwendung kann sich auch hier ganz wesentliches für die persönliche Weiterentwicklung und Gesundheit ergeben. Karin Gmelch: „Zum Beispiel durch das Wiederentdecken der Augen-Hand-Koordination und all dem, was damit für unsere Persönlichkeit und Lebensqualität verbunden ist. Und natürlich kann regelmäßiges Training die Funktionsstörungen lindern. Zwei bis dreimal täglich ist für die meisten kaum realistisch. Doch das Minimum sollten 5 bis 10 Minuten zwei bis dreimal pro Woche sein. Und das ist machbar.“

Wie lange wir auch immer mit dem aktuellen Zeitgeschehen konfrontiert sind und wohin auch immer unsere Reise gehen wird: Ohne Bildschirmarbeit geht es heute und zukünftig nicht mehr - und das Arbeiten aus dem Home-Office kann eine wirkungsvolle Variante unseres Arbeitslebens sein. Unsere Augen und das Home-Office sind Tor zum Leben und Tor zur Welt.

Für weitere Informationen zu den Seminaren:

Gaby Ferdinandi-W.
Tel.: 089 670040-13
Mail: Ferdinandi(at)rkwbayern.de

 

Verfasst von Isabella Maria Weiss für den RKW Bayern e.V.