Josef Wissinger im Interview

Josef Wissinger, Geschäftsführer des RKW Bayern e. V., gestaltet seit vielen Jahren die Entwicklung des Mittelstands aktiv mit. Neben seiner Rolle als Geschäftsführer leitet er Erfahrungsaustauschkreise für Personalverantwortliche in acht Regionen Bayerns und ist zudem als Coach tätig.

Im Interview gibt er Einblicke in seinen beruflichen Weg – von der Sozialpädagogik über HR und Organisationsentwicklung bis hin zur Leitung des RKW Bayern. Besonders prägend waren seine Erfahrungen als Berater und Trainer, die seinen Fokus auf praxisnahe, lösungsorientierte Formate geschärft hat. In den Erfahrungsaustauschkreisen stehen Themen wie Fachkräftegewinnung, Digitalisierung und Mitarbeiterentwicklung im Mittelpunkt – getragen von einem offenen, kollegialen Austausch mit direktem Nutzen für die Praxis.

1. Was sollten unsere Lesenden unbedingt über Deinen beruflichen Weg wissen – und welcher kleine Sidetrack hat Dich unterwegs geprägt?

Ich bin seit 2011 Geschäftsführer des RKW Bayern e. V., einem der zentralen Partner des bayerischen Mittelstands. Neben der Geschäftsführung begleite ich Veränderungs- und Entwicklungsprozesse in Unternehmen, moderiere Erfahrungsaustauschkreise, biete Coachings sowie firmeninterne Trainings an und unterstütze Mittelständler pragmatisch bei ihren aktuellen Herausforderungen.

Mein beruflicher Weg begann mit meiner Ausbildung zum Dipl.-Sozialpädagogen (FH) und führte mich über unterschiedliche Rollen im HR- und Organisationsbereich – etwa als Personalentwickler und HR-Consultant – hin zu meiner heutigen Position.

Ein prägender Sidetrack war für mich die frühe freiberufliche Beratungs- und Trainer-Tätigkeit, die mir gezeigt hat, wie wichtig maßgeschneiderte, praxisnahe Unterstützung für Menschen und Organisationen ist – und die meinen Fokus auf lösungs- und teilnehmerorientierte Formate geprägt hat.

2. Wie bist Du eigentlich zum RKW Bayern gekommen?

Der Kontakt zum RKW Bayern entstand über einen Headhunter, der mich damals angesprochen hat. Das war der Ausgangspunkt für intensive Gespräche über die Rolle und die strategische Ausrichtung des Vereins.

Im Laufe dieses Prozesses wurde schnell deutlich, dass meine bisherigen Erfahrungen in der Organisations- und Personalentwicklung sehr gut zu den Aufgaben und Zielen des RKW Bayern passen. Aus der ursprünglichen Ansprache entwickelte sich daher eine sehr bewusste Entscheidung für die Aufgabe – und für die Möglichkeit, den bayerischen Mittelstand in einer verantwortungsvollen Position aktiv mitzugestalten.

3. Was ist für Dich das Besondere an den RKW-Erfahrungsaustauschkreisen?

Die Erfahrungsaustauschkreise verbinden Führungskräfte aus unterschiedlichen mittelständischen Unternehmen, die ähnliche Herausforderungen teilen – etwa Fachkräftegewinnung, Digitalisierung, Arbeitsrecht, Mitarbeiterentwicklung oder Gesundheits- und Vergütungsfragen.

Was diese Runden besonders auszeichnet, ist die kollegiale Offenheit: Die Teilnehmenden bringen echte Erfahrungen mit, reflektieren gemeinsam, hinterfragen eingefahrene Sichtweisen und entwickeln pragmatische Lösungen, die direkt im Unternehmen wirken. Ich habe noch nie erlebt, dass wir in einem Kreis ein Problem nicht zumindest wesentlich klarer fassen oder in Richtung einer guten Lösung weiterentwickeln konnten – das bleibt für mich ein echter Aha-Moment jedes Mal aufs Neue.

4. Verrate uns einen Fun-Fact über Dich – und was sagt er über Dich als Mensch aus?

Ein persönlicher Fun-Fakt über mich ist, dass ich selbst lange Zeit als Trainer und Berater gearbeitet habe, bevor ich in die Vereins- und Geschäftsführungsrolle ging. Diese Zeit auf der „Bühne“ vor Gruppen hat meine heutige Moderations- und Coaching-Art stark geprägt – und sorgt manchmal für Überraschung, wenn ich aus einem formellen Meeting heraus spontan in ein sehr praxisnahes, interaktives Setting wechsle.

Das zeigt aus meiner Sicht: Ich bin jemand, dem echter Austausch, lebendige Reflexion und gemeinsames Lernen wichtiger sind als reine Informationsvermittlung.

5. Was waren deine Beweggründe für die Ausbildung zum Systemischen Coach – und welches Potenzial siehst du im systemischen Coaching für Einzelpersonen und Organisationen?

Die Ausbildung zum systemischen Coach war für mich ein konsequenter Schritt, um Menschen und Organisationen nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch tief und nachhaltig zu unterstützen. Systemisches Coaching eröffnet einen Zugang, der Zusammenhänge klarer sichtbar macht, Ressourcen aktiviert und Klientinnen und Klienten befähigt, eigene Lösungen zu entwickeln – anstatt sie nur von außen vorgegeben zu bekommen.

Dieses Potenzial sehe ich sowohl auf individueller Ebene (z. B. Führungskräfteentwicklung, Rollenklärung) als auch auf organisationaler Ebene (z. B. bei Veränderungsprozessen oder Teamdynamiken): Systemisches Coaching kann Perspektiven erweitern, Reflexion fördern und echte Handlungskompetenz stärken – kurz: es schafft nachhaltige Wirksamkeit.

Interesse am Erfahrungsaustauschkreis Personalverantwortliche

Hier finden Sie alle Informationen und Termine.

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