Kurt Hagenberger im Interview
Disruptive Veränderungen, Multitasking und ständige Erreichbarkeit halten viele Beschäftigte in Stressspiralen gefangen. Mentale Selbstführung, achtsame Führung und wirksame Kommunikation sind deshalb zentrale Zukunftskompetenzen. Auf Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt Kurt Hagenberger, wie Achtsamkeit Konzentration, Resilienz und Selbstwirksamkeit stärkt – und wie Unternehmen auf System-, Führungs- und Trainingsebene gezielt unterstützen können. Seine langjährige Führungserfahrung verbindet er mit Impulsen aus Mentaltraining und asiatischen Praktiken. RKW-Inhouse-Schulungen bieten praxisnahe, maßgeschneiderte Lösungen für den Mittelstand.
1. Warum sind Achtsamkeit und mentale Stärke so wichtig? Und wie können Unternehmen ihre Mitarbeitenden in diesen Bereichen unterstützen?
Wir befinden uns in einer Zeit disruptiver Veränderungen – Digitalisierung und künstliche Intelligenz, der Druck zum Multitasking, Zerstreuung, Zeitdruck und fehlende Mußezeiten halten uns in Stressspiralen gefangen und entfremden uns von uns selbst. Kognitions- und Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben sich in den letzten Jahren intensiv der Achtsamkeitsthematik angenommen und bestätigen lange bestehende Vermutungen: Wer regelmäßig Achtsamkeitstechniken anwendet, kann trotz hohen Arbeitspensums Stress reduzieren und gleichzeitig Konzentration, Aufmerksamkeit sowie Gedächtnisleistung spürbar steigern.
Wir können uns besser einfühlen – in uns selbst und in andere. Dies führt zu einer deutlichen Steigerung unserer beruflichen und privaten Lebensqualität.
Unternehmen können ihre Mitarbeitenden auf vier Ebenen unterstützen:
- Systemebene: transparente Priorisierung, Erhebung von psychosozialen Belastungen, generelle Meeting- und Erreichbarkeitsregeln, vertrauliche Beratung (Betriebsmedizin und Peers)
- Führungskräfteentwicklung: Achtsame Führung bedeutet, Emotionen bewusst zu steuern und Konflikte respektvoll zu lösen, anstatt impulsiv oder aus Gewohnheit heraus zu reagieren. Dazu gehören das Erlernen von Methoden zur Förderung des Wohlbefindens der Führungskräfte und der Mitarbeitenden, das frühzeitige Erkennen von Überlastung sowie die Stärkung der emotionalen Intelligenz.
- Training achtsamer Kommunikation: klare Ich-Botschaften, Fragen statt Unterstellungen, präzise Bitten, wohlwollendes Zuhören ohne Bewertung, klare Vereinbarungen
- Mentale Stärke fördern: Mitarbeitende entwickeln Stresskompetenz, indem sie ihr persönliches Stresserleben identifizieren und neue Lösungsansätze finden. Resilienz und Selbstwirksamkeit werden durch Training erhöht. Zu diesen Themen können maßgeschneiderte Programme angeboten und durch Mikroimpulse vertieft werden. Lassen Sie Ihre Mitarbeitenden von den Erkenntnissen des Mentaltrainings im Spitzensport profitieren.
2. Was sollten unsere Lesenden über Ihren beruflichen Weg wissen?
Ich war jahrzehntelang in Leitungspositionen in Verkauf, Einkauf und Logistik tätig und kenne den Spagat zwischen Vorstandserwartungen, Projektlast und Teamführung aus eigener Praxis. Ein prägender Sidetrack waren längere Auslandsaufenthalte in Asien: Dort kam ich früh mit Meditation, Atemtechniken sowie Tai-Chi und Qi Gong in Kontakt – und habe diese Praxis über Jahre konsequent weitergeführt.
Heute verbinde ich diese Erfahrung mit moderner Kompetenzentwicklung im Business: mentale Stärke, Selbstführung, achtsame Führung sowie wirksame Kommunikation und Verhandlung – mit Fokus auf praxistaugliche Übungen und klare Umsetzung im Alltag. Fachlich stütze ich mich u. a. auf eine Mentaltrainerausbildung, eine Mindful-Leadership-Trainerausbildung, Train-the-Trainer sowie systemisches Coaching (Vertiefung bis 09/2026).
3. Verraten Sie uns einen Fun Fact über Sie – und was sagt er über Sie als Mensch aus?
Mein grüner Gartenzwerg ist bei uns im Freundes- und Kollegenkreis längst eine kleine Berühmtheit – und regelmäßig Gesprächsstoff. Er steht gut sichtbar im Regal und erinnert mich mit einem Augenzwinkern daran, klare Grenzen zu ziehen, vieles wichtig zu nehmen und trotzdem locker zu bleiben. Genau diese Mischung aus Fokus und Humor prägt auch meine Trainings: anspruchsvoll in der Sache, menschlich im Umgang – und mit genug Leichtigkeit, damit Lernen wirklich hängen bleibt.
4. Wie sind Sie zum RKW Bayern gekommen?
Es war eine Mischung aus Zufall und bewusster Entscheidung. Über meine Ausbildung habe ich Jochen Schmidt (MiTschmidt) kennengelernt. Er und seine Frau sind seit Jahren sehr erfolgreich im Coaching und Training tätig – und Jochen war für mich der entscheidende Impuls, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Da er selbst seit vielen Jahren für das RKW Bayern tätig ist, konnte er mir das Konzept aus erster Hand zeigen: nah am Mittelstand, sauber organisiert und mit echtem Fokus auf die konkreten Kundenbedürfnisse. Genau diese Arbeitsweise – klare Auftragsklärung, passgenaue Inhalte und konsequentes Feedback – passt sehr gut zu mir. Die Zusammenarbeit ist unkompliziert, und die Vielfalt sowie die Art der Anfragen machen die Arbeit zusätzlich spannend.
5. Wie funktioniert eine RKW-Inhouse-Schulung?
Man kann sowohl ein bestehendes Seminar auswählen als auch gezielt auf die jeweilige Situation und die Bedürfnisse abgestimmte Seminare buchen. Fallbeispiele und aktuelle Konfliktsituationen können direkt in den Trainings aufgegriffen und geübt werden. Konkrete Schwerpunkte lassen sich gezielt setzen, um maximalen Trainingserfolg zu gewährleisten. Der Trainingsort ist flexibel wählbar, und durch entfallende Reise- und Übernachtungskosten lohnen sich Inhouse-Trainings bereits mit wenigen Teilnehmenden.
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