Manfred Strohmair im Interview
Praxisnah, analytisch und immer am Puls des Marktes: Sein beruflicher Weg führte über Einkauf, Vertrieb und Key Account Management in Industrie und Maschinenbau – mit klarem Blick für Technik, Kosten und Machbarkeit. Heute moderiert er den Erfahrungsaustauschkreis Einkauf des RKW Bayern e. V. und setzt auf ehrlichen Dialog, reale Zahlen und Austausch auf Augenhöhe. Besonders wichtig ist ihm der ganzheitliche Blick auf Prozesse und Abhängigkeiten – denn wer mehr versteht, verhandelt nachhaltiger. Sein Antrieb: Dinge hinterfragen, Optimierungspotenziale erkennen und Veränderung aktiv gestalten.
1. Was sollten unsere Lesenden über Deinen beruflichen Weg wissen und welcher kleine Sidetrack hat dich unterwegs geprägt?
Mein beruflicher Weg ist stark praxisgetrieben: Einkauf, Industrie, Maschinenbau, Verantwortung für Menschen und Ergebnisse. Ich habe früh gelernt, dass gute Entscheidungen an der Schnittstelle von Technik, Kosten und Machbarkeit entstehen – nicht im Elfenbeinturm. Mir hat es immer geholfen, Dinge und Prozesse zu verstehen und sie ganzheitlich zu begreifen.
Ein prägender Sidetrack war, dass ich neben dem Einkauf auch den Vertrieb sehr gut kenne und in meiner früheren Funktion als Key Account Manager jahrelang anspruchsvolle Handelsgroßkundinnen und -kunden aus dem Bereich Industrie und Baumärkte betreute. Eine sehr gute Grundlage, um später die andere Seite – den Einkauf – weiterzuentwickeln. Auch meine Erfahrungen in Technik und Qualitätssicherung haben meinen Blick wesentlich geschärft. Erst durch einen ganzheitlichen Ansatz, in dem auch die Anforderungen der Fertigung berücksichtigt wurden, lernte ich:
Wer nur Preise verhandelt, versteht das Geschäft nicht. Wer Prozesse, Abhängigkeiten und Engpässe kennt, verhandelt besser – und nachhaltiger.
2. Wie bist Du eigentlich zum RKW Bayern gekommen?
Ich selbst war seit meiner Tätigkeit bei Meiller Aufzugtüren Teilnehmender im Erfahrungsaustauschkreis des RKW Bayern und empfand die Treffen stets als sehr bereichernd, um mein Netzwerk und mein fachspezifisches Wissen auszubauen. Richtig neugierig wurde ich, als der damalige langjährige Moderator, Herr Gruber, mich eines Tages zur Seite nahm und ganz direkt fragte, ob ich mir die Moderation des Erfahrungsaustauschkreises vorstellen könne.
Ein persönliches Gespräch beim RKW Bayern mit Herrn Wissinger später hatten wir zu dritt eine abgestimmte Strategie entwickelt. So habe ich im März 2019 die Moderation übernommen. Es bestärkt mich bis heute, dass mich die früheren und auch neue Teilnehmende nicht als „den da vorne“ sehen, sondern als Einkaufskollegen „von mittendrin“.
3. Was ist für Dich das Besondere an den RKW-Erfahrungsaustauschkreisen?
Ehrlich, praxisnah, auf Augenhöhe.
Beim RKW Bayern habe ich genau das gefunden: Einkaufsverantwortliche mit unterschiedlichsten Fähigkeiten aus verschiedensten Betrieben und Branchen, die nicht immer alles wissen müssen, aber bereit sind, offen zu diskutieren, zu teilen und voneinander zu lernen.
Besonders wertvoll sind die ungefilterten Einblicke: reale Probleme, echte Zahlen, klare Worte. Themen wie Kostensteigerungen, Lieferantenabhängigkeiten, Personalfragen oder strategische Entscheidungen werden nicht theoretisch, sondern aus dem Alltag heraus diskutiert.
Die Dynamik lebt davon, dass sich niemand profilieren muss. Die besten Aha-Momente entstehen oft aus scheinbar einfachen Fragen – oder aus Fehlern, die jemand offen teilt. Genau das macht den Austausch wirksam und vertrauensvoll.
4. Verrate uns einen Fun-Fact über Dich – und was sagt er über Dich als Mensch aus?
Ich habe einen ausgeprägten Hang dazu, Dinge ständig zu hinterfragen und mehrschichtige Optionszweige sowie Optimierungen zu durchdenken, wo es rational eigentlich keine Veranlassung dazu gäbe.
Das kann bei gegensätzlich veranlagten Charakteren im Arbeitsumfeld und im Freundeskreis zu sehr lustigen, aber auch bereichernden Ergebnissen führen.
Der Fun-Fact dahinter: Ich kann schlecht abschalten, wenn etwas unlogisch, ineffizient oder halbgar ist. Das sagt vermutlich viel über meinen Antrieb aus – und erklärt, warum ich mich in Veränderungsprozessen ziemlich wohlfühle.
Interesse am Erfahrungsaustauschkreis Einkauf und Materialwirtschaft?
Hier finden Sie alle Informationen und Termine.
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