Katja Hennecke im Interview
Vom dualen Studium bei Bosch über Führungsverantwortung in internationalen Konzernen bis zur Gründung einer eigenen Organisationsberatung: Ihr beruflicher Weg steht für Mut zur Veränderung und Freude an Entwicklung. Seit über zehn Jahren engagiert sie sich im Erfahrungsaustauschkreis des RKW Bayern e. V. und erlebt dort, wie sehr sich Ausbildung professionalisiert hat – getragen von engagierten Ausbilderinnen und Ausbildern, die Zukunft gestalten. Was sie antreibt? Neugier, Vernetzung über die eigene Bubble hinaus und die Überzeugung, dass Lernen und Austausch auf Augenhöhe echte Wirkung entfalten.
1. Was sollten unsere Lesenden über Deinen beruflichen Weg wissen - und welcher kleine Sidetrack hat Sie unterwegs geprägt?
Mein beruflicher Weg begann in internationalen Unternehmen – zunächst Anfang der 90er-Jahre mit einem dualen BWL-Studium bei der Robert Bosch Gruppe, dann – nach meinem Psychologiestudium – mit dem Berufseinstieg im Personalbereich der DB Cargo AG. Nach drei Jahren wechselte ich dort in den Vertrieb und übernahm die Geschäftsführung einer deutsch-französischen Bahntochter, was mir drei wunderbare Jahre in Paris ermöglichte. Zurück in Deutschland habe ich als Leiterin der Personal- und Organisationsentwicklung die Media-Saturn Gruppe in der Phase ihrer stärksten Expansion mitgestalten dürfen.
Nach über 15 Jahren Führungsverantwortung wagte ich 2010 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete gemeinsam mit fünf Kolleginnen die OrgWerk Organisationsberatung. Wir begleiten Unternehmen bei Strategie- und Organisationsentwicklung, sind Katalysator für wirkungsvolle Führung und Zusammenarbeit, gestalten und moderieren Teamentwicklungsprozesse und Werkstätten. 2018 kam mit abaja.SpotConsulting eine Online-Beratung hinzu, die Managerinnen und Managern sowie Führungskräften Sparring und Beratung „on the spot“ auf Abruf ermöglicht.
Der kleine Sidetrack, der mich nachhaltig geprägt hat? Die Erkenntnis, dass man weiterkommt, wenn man Neues wagt und eher Möglichkeiten als Risiken sieht. Ich bin vielfach ins kalte Wasser geworfen worden und habe dabei enorm viel gelernt. Heute wirft mich (fast) nichts mehr aus der Bahn – und trotz aller Krisen und Unsicherheiten schaue ich optimistisch in die Zukunft.
2. Wie bist Du eigentlich zum RKW Bayern gekommen?
Ich würde sagen: eine Mischung aus beidem. Ich habe Josef Wissinger, den heutigen Geschäftsführer des RKW Bayern, während unserer gemeinsamen Ausbildung zum systemischen Business Coach kennengelernt. Als er dann die Geschäftsführung des RKW übernahm, fragte er mich, ob ich nicht den Ausbilder-Kreis übernehmen möchte.
Die Idee – Austausch auf Augenhöhe, voneinander und miteinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln – hat mich sofort begeistert. Also habe ich zugesagt und mich auf dieses Abenteuer eingelassen. Das ist nun über zehn Jahre her – und ich bin immer noch wirklich gern dabei.
3. Was ist für Dich das Besondere an den RKW-Erfahrungsaustauschkreisen?
Vor zehn Jahren wurde Ausbildung in vielen Unternehmen noch eher stiefmütterlich behandelt – nach dem Motto: „Ja, wir bilden auch aus, das Thema wird nebenbei von Herrn oder Frau XY betreut.“ Inzwischen hat sich das grundlegend gewandelt. Die meisten Unternehmen haben erkannt, dass sie mit der Ausbildung das Fundament für die Zukunft legen. Die Ausbildungszeit prägt die Menschen, die das Unternehmen später führen und gestalten werden.
Diese Professionalisierung der Ausbildung erlebe ich im Kreis hautnah. Die Ausbilderinnen und Ausbilder sind echte Profis – fachlich exzellent, sozial kompetent, aufgeschlossen und verantwortungsbewusst. Sie arbeiten mit Leidenschaft daran, junge Menschen bestmöglich auf das Arbeitsleben vorzubereiten, entwickeln ständig neue Konzepte und nutzen den Austausch, um am Puls der Zeit zu bleiben.
Was den Erfahrungsaustausch für mich besonders wertvoll macht? Die Offenheit, mit der Themen diskutiert werden. Die Vielfalt der Impulse aus ganz unterschiedlichen Branchen und Organisationen. Und vor allem das große Vertrauen untereinander. Da entsteht ein besonderer Raum, von dem alle Beteiligten profitieren.
4. Verrate uns einen Fun-Fact über Dich – und was sagt er über Dich als Mensch aus?
Mein „Fun-Fact“: Ich bin gerne bei Veranstaltungen und in Netzwerken zu ganz unterschiedlichen Themen unterwegs – oft weit weg von meinen „eigentlichen“ Themen der Organisationsentwicklung. Egal, ob es um die Tech-Szene, internationalen Austausch oder lokale Stadtentwicklung geht – ich bin dabei.
Freundinnen, Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen sagen manchmal: „Du springst auch auf jeden Zug auf!“ Stimmt. Mich sprechen neue Themen einfach schnell an, besonders wenn sie außerhalb meiner gewohnten Bubble liegen. Der schöne Nebeneffekt: Ich habe Kontakte in fast allen Bereichen und werde oft gefragt: „Kennst du da nicht jemanden …?“
Wissen zu teilen und Menschen zu verbinden macht mir einfach Freude. Und ich lerne am liebsten im direkten Austausch – deshalb bevorzuge ich auch den physischen Kontakt mehr als den virtuellen Raum.
Interesse am Erfahrungsaustauschkreis Ausbildungsverantwortliche?
Hier finden Sie alle Informationen und Termine.
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